Saisonkalender

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Herbst

Der Kürbis (Curcurbita)

Es gibt um die 800 verschiedene Kürbissorten, dabei unterscheiden wir zwischen Sommer- und Winterkürbissen und wir zählen diese zum Gemüse. Oder? Was wir unter Gemüse verstehen, ist ein essbarer Teil einer einjährigen Pflanze, zum Beispiel die Blätter, wie beim Salat oder die Wurzeln, wie bei den Möhren. Obst stammt generell von mehrjährigen Pflanzen wie Obstbäumen oder Sträuchern, welche jedes Jahr Früchte tragen. Botanisch gesehen ist ein Obst eine Frucht, die aus einer Blüte hervorgeht. So gesehen ist es nicht eindeutig mit dem Kürbis, da er an einer einjährigen Pflanze wächst, aber doch aus einer Blüte hervorgeht. Aus diesem Dilemma entspringt die Bezeichnung Fruchtgemüse, wo man den Kürbis dann einordnen kann.

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Sommerkürbisse schmecken am besten, wenn man sie früh, ab Juni-Juli unreif erntet. Dann ist auch die Schale noch weich und meistens essbar. Die Sommersorten besitzen eckige Stiele. Sie lassen sich mit unversehrter Schale bis zu 3 Wochen zuhause lagern, manche sogar viel länger. Der Bekannteste unter ihnen, wer hätte es gedacht, ist die Zucchini (Curcurbita depo subsp. Convargiromontiina). Ein anderer wäre der Spaghetti-Kürbis, welchen man 30-40 Minuten im Ofen halbiert garen und dann das spaghettiähnliche Fruchtfleisch auslöffeln kann.

Winterkürbisse, welche einen runden Stiel und eine harte Schale besitzen, lassen zusätzlich zu der farbenfrohen Herbstkulisse die Lust auf warme Suppe steigen. Sie lassen sich lange lagern, so fällt einem Fan das Horten leicht. Die ersten Exemplare liegen zwischen anderen Leckereien in den Regalen und man überlegt sich, was man noch alles aus dem großen Fruchtgemüse zaubern kann. Ehe wir zu den Rezepten kommen stellen wir die 3 gängigsten und beliebtesten Varianten vor:

Der Hokkaido:

  • orangefarben
  • angeschnitten 3 – 4 Tage haltbar im Kühlschrank
  • kann mit Schale verzehrt werden
  • auch roh genießbar
  • schmeckt leicht nussig, erinnert an Maronen

 

Der Hokkaido-Kürbis enthält relativ wenig Wasser, im Gegensatz zu den meisten anderen Sorten – dafür umso mehr gesunde Nährstoffe! In 100 Gramm Fruchtfleisch stecken ganze 30 Milligramm Vitamin C! Hinzukommen 1,7 Gramm Eiweiß, 0,5 Gramm Fett und 5,5 Gramm Kohlenhydrate.

 Beta-Carotin verleiht dem Kürbis seine leuchtend orange Farbe. Dieses steckt vor allem in der essbaren Schale. (Mehr zu Beta-Carotin finden sie in unserer Rubrik „Nährstoffe > Vitamin A”)

Der Hokkaido ist eine ballaststoffreiche Sorte, mit  2,2 Gramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch Dabei enthält er nur wenig Zucker und keine Säure, was ihn besonders gut bekömmlich macht. Auf 100 Gramm hat er 28 Kilokalorien.

Der Butternut:

  • ist birnenförmig 
  • hat eine zart-buttrige Note
  • ist geeignet für herzhafte und süße Speisen
  • die Schale muss entfernt werden
  • besitzt wenig Kerne
  • ist angeschnitten im Kühlschrank ein paar Tage haltbar

 

Im hellgelben Kürbis mit weichen Konsistenz stecken etwas mehr Kohlenhydrate (8,3 Gramm pro 100 Gramm) als im Hokkaido, dafür enthält er 38 Kalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch.

Er enthält viele gesunde Mineralstoffe, wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese stärken das Immunsystem und sorgen für gesunde Knochen und Zähne. Zusätzlich enthält der birnenförmige Kürbis Kieselsäure, die besonders wichtig für Haut, Haare und Nägel ist.

Der Muskat:

  • ist meistens sehr groß und schwer (kann bis zu 40 kg schwer werden!) und wird deshalb oft in Stücken verkauft
  • beim anscheinend verströmt er ein würziges Aroma welches an Muskatnuss erinnert
  • die Schale muss abgeschält werden
  • in Folie gewickelt ist er angeschnitten 3-4 Tage im Kühlschrank haltbar

Das orangefarbene Fruchtfleisch, welches kein Fett enthält und besonders aromatisch ist, verleiht ihm seinen Namen. Dagegen hat er nur wenige gesunde Nährstoffe, aber schlägt mit nur 24 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche.

Weil der Kürbis den Blutzuckerspiegel ausgleicht und außerdem entwässernd wirkt, ist er das ideale Gemüse für Diabetiker.

Kürbis zubereiten

  • Beim Kochen/Dämpfen beträgt die Garzeit um die 15 Minuten (z.B. für Suppen oder Püree).
  • Garen im Backofen bei 200 Grad 30 Minuten. Dabei den Kürbis in Spalten/Scheiben schneiden und mit Öl bestreichen auf ein Backblech legen. Ganz dünn geschnitten kann man sie so zu Pommes backen.
  • Fürs Grillen oder Braten müssen Butternut und Muskat (geschnitten) 5-10 Minuten in Salzwasser kochen ehe sie dann 4 Minuten in die Pfanne oder auf den Grill braten. Hokkaido kann direkt in der Pfanne oder dem Grill gebraten werden.
  • Hat man etwas zu viel von dem Fruchtfleisch und kann es nicht gleich verarbeiten, geht das Einfrieren auch ganz leicht und so lässt es sich 4-5 Monate im Tiefkühler aufbewahren. Butternut und Muskat müssen zuvor (geschält und zerkleinert) 1-2 Minuten blanchiert werden, um dann nach dem Abkühlen in Frischhaltedosen, Gefrierbeutel oder auch in Glasbehälter gefüllt, eingefroren werden zu können.

Auch das Haltbarmachen durch Einmachen/Einlegen ist eine Option, dazu finden Sie Rezepte nach ihrem Geschmack auf zahlreichen Internetseiten.        

Kürbispita

Pita ist in Bosnien und den Nachbarländern eine Art Nationalgericht, welches ich auf einer Reise lieben gelernt habe. Die Zubereitung ist sehr einfach und die Füllung kann man nach Herzenslust variieren. Die meisten gängigen Rezepte sind nicht vegan, aber dies soll uns nicht vom Genuss abhalten und so probierte ich die gelungene Variation mit Kürbis. 

Dazu brauchen sie:

  • 1 Hokkaido Kürbis, sehr fein gewürfelt
  • 1 Zwiebel, sehr fein gewürfelt
  • 4 Kartoffeln, sehr fein gewürfelt
  • Salz/Pfeffer 
  • Olivenöl
  • 1 Packung Filoteig

Zubereitung:

  1. Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
  2. Alle Zutaten (bis auf den Filoteig) mischen.
  3. Filoteigblätter ausrollen, das erste Blatt beidseitig gut mit Olivenöl bestreichen (funktioniert super mit den Händen), dann längs mit Kürbis Mischung belegen und komplett einrollen, zu einer Schnecke drehen und auf ein Backblech legen.
  4. So fortfahren bis die Teigblätter verarbeitet sind.
  5. Goldbraun backen.
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Kürbiscurry

Seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit wie beispielsweise eine entzündungshemmende Wirkung, die Hilfe zur Stabilisierung des Cholesterinspiegels und die appetitanregende Wirkung, legen genug Argumente dar, sich des Öfteren dieser Gewürzmischung zu bedienen. Zusammen mit frischem, regionalem, saisonalem BIO Gemüse entsteht ein Gericht, bei dem sich unser Körper mit Dankbarkeit ergötzt. 

Sie brauchen:

  • Muskatkürbis (ohne Schale, in mundgerechten Stücken 5 Minuten vorgegart), die Menge hängt von ihrem Appetit oder ihren Gästen ab.
  • Gemüse ihrer Wahl, z.B. Möhren, Kartoffeln, Wirsing oder aber auch noch Hülsenfrüchte wie z.B. Kichererbsen (alles in mundgerechte Stücke und bei Bedarf vorgaren)
  • Zwiebel, gehackt
  • Salz, Pfeffer, Curry Mischung, (evtl. Chilipulver oder Cayennepfeffer)
  • Etwas Öl 
  • Kokosmilch

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel in einer großen Pfanne dünsten, das vorbereitete Gemüse samt Kürbis hinzugeben und kurz aber scharf anbraten.
  2. Das ganze Gewürz hinzugeben und gut durchmischen.
  3. Mit der Kokosmilch ablöschen und ein bisschen eindicken lassen.
  4. Mit Reis servieren.

Winter

Der Kohl (Brassica oleracea)

Alle heutigen Kohlsorten stammen vom Wildkohl ab, welcher ursprünglich aus der Mittelmeerregion und Kleinasien kommt. Diesen Wildkohl, mit seinen lockeren Köpfen finden wir heute noch im Mittelmeergebiet und auf Helgoland.

Platon, Aristoteles und Hippokrates wussten schon 400 Jahre vor Christus um seine Heilwirkung. Zweiterer setzte ihn anscheinend gegen den Kater ein, wenn er mal wieder einen über den Durst getrunken hatte 🙂  Daneben wurde er bei den Griechen unter anderem gegen Unterleibsschmerzen bei Frauen eingesetzt. Auch die Römer bauten die Pflanze in Gärten an.

Erst im Mittelalter wanderte der Kohl Richtung Norden und wurde fester Teil der Ernährung. Auch wenn man den Kohl mit einem Ursprung in Deutschland verorten würde, was vielleicht am Ex-Bundeskanzler (Verwechslungsgefahr) oder an den Nationalgerichten liegt, ist dem also nicht so und der Kohl mittlerweile international bekannt.

Bekannte Sorten sind:

  • Grünkohl
  • Rotkohl
  • Weißkohl
  • Rosenkohl
  • Chinakohl
  • Spitzkohl
  • Palmkohl
  • Kohlrabi
  • Brokkoli
  • Pak Choi
  • Blumenkohl
 
Zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehörend, ist er unter anderem verwandt mit Raps, Rüben, Senf, Rettich und Radieschen. Die Kreuzblütler haben einen hohen Anteil an Senfölen, welche den typischen Kohlgeschmack ausmachen.

Das gesunde Plus:

Die Nährstoffe des Kohls sind viele, in ihm stecken:

  • Eine Vielzahl an Vitaminen: 100g Grünkohl enthält soviel Vitamin C wie ein Glas frischer Orangensaft. Daneben Vitamin A, B, E, K
  • Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Magnesium. Wer braucht da noch Fleisch?
  • Beta Carotin (siehe in unserer Rubrik: Nährstoffe / Vitamin A)
  • Alpha Linolensäure (siehe in unserer Rubrik: Nährstoffe / Omega 3)
  • Senfölglycoside, welche den sekundären Pflanzenstoffen zugehören, schützen die Pflanzen vor Fressfeinden, Bakterien und Pilzen. Sie sollen bei uns Menschen krebsvorbeugend wirken. Je stärker der Kohlgeruch der Pflanze, desto mehr ist an diesen Stoffen vorhanden.
  • Reich an Antioxidantien, welche die Zellen vor freien Radikalen schützen, sind alle Sorten dieser Gattung.
  • Alle Kohlsorten sind reich an Ballaststoffen, welche sich während der Verdauung an die Darmwände haften und dann unterwegs nach draußen Schadstoffe und Gifte abführen. Im Dickdarm werden diese Ballaststoffe dann von Bakterien zerlegt und dabei bilden sich Gase.
  • Außerdem sind alle Sorten fett-, kalorienarm und frei von Cholesterin.
  • Forscher der John Hopkins Universität fanden durch eine Studie heraus, dass bei häufigem Verzehr von Brokkoli die Symptome dauerhaft verengter Bronchien und Lungenemphysemen nachlassen, da der Stoff Sulforaphan den Abbau eines wichtigen Enzyms der Patienten bremste.
  • Kohlsaft enthält eine Menge Methylmethionin, ein Eiweißbaustein welcher den Magen und Darm vor Geschwüren schützt.

Anwendung und Zubereitung:

  • Die meisten Sorten kann man einfach kleinschneiden und anbraten.
  • Wirsing und Weißkohl sind ideal für Kohlrouladen, wobei man sehr kreativ zaubern kann, weil man die Blätter mit fast allem befüllen kann.
  • Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl schmecken lecker überbacken mit Kartoffeln und veganem Käse.
  • Auch als Rohkost kommt z.B. Weiß- und Rotkohl sehr gut. Dazu den Kohl nach dem Kleinschneiden kräftig kneten, in eine Schüssel füllen und mit Salz bestreuen bis, dass beim Kneten das Wasser entweicht. Nun auspressen, dann weiterverarbeiten.
  • Einfrieren sollten Sie den Kohl am besten nur geputzt und blanchiert, so, dass die meisten Vitamine und sonstige gute Inhaltsstoffe nicht verloren gehen.
  • Fermentieren kann man z.B. Grünkohl oder Chinakohl in Form von Sauerkraut oder Kimchi (siehe Rezept unten).
  • Lagern ist eine Zeit lang an einem kühlen und dunklen Ort möglich, dort allerdings verliert die Pflanze von Tag zu Tag wichtige Nährstoffe.
  • Äußerlich angewendet kann man den Kohl als Wickel gegen schmerzende Gelenke einsetzen. Dafür die Blätter vom Strunk befreien und waschen und walzen bis der Saft austritt. Die Blätter auf die schmerzende Stelle legen und mit einem Tuch umwickeln.

Tipps:

  • Beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die äußeren Blätter knackig und ohne braune oder gelbe Stellen sind, dann ist er auch innen frisch.
  • Indem man Essig oder Walnüsse mit in den Topf gibt, verhindert man den starken Geruch beim Kochen, da diese die Schwefelverbindungen binden.
  • Das viele Vitamin C entsteht erst beim Garen.
  • Um Blähungen zu verhindern, wenn man kurz vor einem Date oder einem Vorstellungsgespräch steht, können Kümmel oder Fenchel Körner Entlastung bringen. Diese werden entweder im Rezept mitgearbeitet oder als Tee getrunken. Sonst, keine Scham, es ist gesund :p.
  • Kohl ist sehr preiswert.
  • Aufpassen sollte man, wenn man unter Kropf oder einer Unterversorgung der Schilddrüse leidet, da im Kohl Stoffe stecken, welche die Aufnahme von Jod behindern. In dem Fall ist anzuraten auf Kohl zu verzichten, bis sich die Symptome normalisiert haben. Generell kann man entgegenwirken, indem man jodreiches Salz beim Kochen verwendet.

 

Rezepte:

Kimchi

Ist ein Rezept welches aus Korea stammt. Es handelt sich um eine Zubereitungsart, bei welcher man das Gemüse durch Milchsäure Gärung haltbar macht. In Korea wird das Gemüse in großen Tongefäßen eingelagert während des Prozesses, ähnlich wie beim Sauerkraut. Aber auch zu Hause kann man das prima mit einem großen Einmachglas herstellen. Lecker, scharf und sehr gesund.

 

Du brauchst:

  • 1 großes Einmachglas                   
  • 1 große Karotte
  • 250 g weißer Rettich 
  • 500 g Chinakohl
  • 1 EL Meersalz
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischer Ingwer
  • 1 EL Chilipaste oder Chiliflocken
  • 2 EL Mirin (Reisessig)



So geht’s:

  • Den Rettich und die Karotte schälen, das ganze Gemüse in feine Streifen schneiden.
  • In einer großen Schüssel das Meersalz in einem Liter Wasser auflösen und das Gemüse hinzugeben und gut durchkneten.
  • Mit einem Teller das Ganze so abdecken, dass die Gemüsemasse ganz mit dem Wasser bedeckt ist und dies 4 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
  • Das Gemüse abgießen, abspülen und ausdrücken. In eine Schüssel geben.
  • Den Knoblauch zerdrücken, den Ingwer reiben und beides mit dem Chili und dem Mirin vermengen. Zu dem Gemüse geben und mit den Händen gut mischen.
  • Die Mischung in das Glas geben, gut fest nach unten drücken und ein Tellerchen obendrauf legen, damit die Gase entweichen können. Bei Zimmertemperatur 2-3 Tage ziehen lassen.
  • Luftdicht verschließen und im Kühlschrank lagern oder sofort genießen. Oder beides 🙂
 

Detox Smoothie

Kohl im Smoothie, klingt nicht gerade lecker, aber das Gegenteil ist der Fall.

Es hilft ebenfalls beim Entschlacken.

 

Du brauchst:

  • 150 g Kohl (Grünkohl, Schwarzkohl)
  • 1 reife Banane
  • anderes Obst deiner Wahl (Orange, Kaki, Kiwi…)
  • Apfelsaft oder Wasser zum Verdünnen
  • frischer Ingwer oder Kurkuma je nach Lust, Geschmack und Laune

 

So geht’s:

  • Das Obst und Gemüse gründlich putzen und in den Mixer geben.
  • So viel Apfelsaft oder Wasser zufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist
  • Alles pürieren

Gefüllter Kohl

Zutaten:

  • 1 Packung Beyond-Hackfleisch
  • 200 g Champignons
  • 2 Möhren
  • 3 Staudenselleriezweige
  • 50 g gekochter Reis
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • Gewürze: Fenchel, Salz und Pfeffer

Sie können die Proportionen und die Zutaten nach Ihrem Geschmack variieren

So geht’s:

  • Braten Sie das kurz Gemüse an, bis es weich ist.
  • Dann das Beyond-Hackfleisch und den Reis hinzugeben und würzen.
  • Blanchieren Sie die Grünkohlblätter in kochendem Wasser und geben Sie sie in die Auflaufform.
  • Die Füllung (Hack & Gemüse) einfüllen und von allen Seiten mit den Blättern bedecken.
  • 30-40 Minuten bei 170 Grad backen, bis der Grünkohl eine schöne Farbe bekommt.
  • Alternativ können Sie die Füllung in separate Blätter wickeln, Grünkohlrollen formen und diese auf die gleiche Weise backen.

Frühjahr

Der Bärlauch (Allium ursinum)

Der Bärlauch, welcher auch „Heckenzwiebel“ oder „Knoblauchspinat“ genannt wird, im luxemburgischen den Namen „Heckeknuewleck“ und im französichsprachigen Raum „ail des ours“ bekam, ist eine ausdauernde bis zu 40 cm hohe Pflanze, die uns Jahr für Jahr mit neuem Austrieb seiner Zwiebel beglückt. Der Gattung Allium (Lauch) zugehörig ist sie unter anderem verwandt mit dem Schnittlauch, der Zwiebel und dem Knoblauch.

 

Die Etymologie besagt dass der Name von den Germanen kommen könnte, für die der Bär ein hoch angesehenes Tier war, welcher ,wie der Bärlauch, nach dem Winterschlaf mit voller Kraft das neue Jahr beginnt indem er die zarten Blätter der Pflanze frisst. Auch die Germanen verspeisten die leckere Pflanze um so an die Kraft des Bären zu kommen. Für sie war der Bärlauch eine der ersten erschaffenen Pflanzen.

Das Lauchgewächs bevorzugt Beckenlagen und die Aussenbereiche großer Flüsse in schattigen feuchten Wäldern. Die Verbreitungsorte sind begrenzt, aber hat es erst Fuß gefasst, verbreitet es sich in grossen Mengen, da sich die Pflanze über ihre Zwiebel und auch über Samen vermehrt. Man findet sie von März bis Mai.

Erst kommen zwei, 20 cm hohe längliche Blätter zum Vorschein und danach mehrere Stängel welche weisse Blütendolden tragen.

 

Aufpassen sollte man mit seinen zwei sogenannten Doppelgängern. Ohne Blüte sind sie sich vom Blattwerk sehr ähnlich. Das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose sind nämlich giftig. Bei Unsicherheit macht man den Riechtest indem man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt. Der Bärlauch allein verströmt ein Knoblaucharoma. Die beiden anderen sind eher geruchlos.

Das gesunde Plus 

Die geschätzte Wildpflanze ist neben Gemüse und Gewürz auch eine wunderbare Heilpflanze.

Sie hilft bei:

  • erhöhtem Blutdruck
  • schlechtem Cholesterinspiegel
  • Arteriosklerose
  • Magen- und Darmproblemen
  • Bronchitis
  • der Eisenresorption
  • der Ausschwemmung von Säuren und Schwermetallen
  • der Entgiftung und Entsäuerung des Verdauungstraktes.

Sie enthält:

  • ätherisches Öl mit Senfölglykosiden
  • eine Reihe schwefelhaltiger Verbindungen
  • Flavonoide
  • Vitamin C
  • Kalium, Mangan, Magnesium, Eisen.

Sie wirkt:

  • antibakteriell
  • antibiotisch
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schleimlösend
  • immunstärkend

Anwendung und Zubereitung

Als Gemüse und Gewürzpflanze ist neben dem bekannten Bärlauchpesto vieles möglich. Essbar sind alle Teile der Pflanze: die Blätter, die Blüten und Blütenknospen, die Zwiebeln und die Samen. 

Hier ein paar Ideen zur Verarbeitung:

  • Suppe
  • Pesto
  • Bärlauchröllchen, ähnlich wie Kohlrouladen
  • Saucen und Dips
  • Nudeln
  • zum Risotto
  • Lasagne
  • zum Kartoffelpüree
  • Gnocchis

Rezepte:

Bärlauchöl

Zehn gewaschene, getrocknete Blätter in eine weithalsige Flasche geben und mit Olivenöl auffüllen Sodass die Blätter komplett bedeckt sind. Verschlossen und kühl eine Woche ziehen lassen und dann eventuel in eine schöne Flasche zum ausschenken füllen.

Bärlauch Kapern

Du brauchst:

  • 80 g feste, geschlossene Bärlauchblütenknospen
  • 1 El Zucker
  • 1 Tl Salz
  • 5 Pfefferkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Branntweinessig

 

So gehts:

  • Knospen sanft abwaschen und trocknen lassen
  • Zucker, Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt und Essig mit 200 ml Wasser in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  • Die Knospen auf 4 sterile Gläschen verteilen und mit dem Essigsud bedecken. Sofort verschließen und abkühlen lassen.
  • Wer auf Nummer sicher gehen will was die Haltbarkeit betrifft, kann die Gläschen noch einmal für eine halbe Stunde bei 90 Grad im Backofen erhitzen.



Bärlauch Pesto

Du brauchst:

  • 100g frische Bärlauchblätter
  • 25g Basilikum (optional, kann auch 25g zusätzlich Bärlauch sein)
  • 50g Pinienkerne (oder Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Cashewkerne, damit wird es „käsiger“)
  • 80ml Olivenöl
  • 30g Hefeflocken oder veganer Parmesan
  • Salz und Pfeffer

So gehts :

  • Bärlauch und Basilikum waschen und trockentupfen.
  • Die Kerne ohne Fett in einer Pfanne rösten (Achtung, dies geht oft zu schnell 😛 ).
  • Alle Zutaten in einen Mixer geben und (nicht zu lange) mixen.
  • Das Pesto in saubere, am besten ausgekochte Einmachgläser füllen und mit einer Schicht Olivenöl bedecken. Kalt gestellt ist es mindestens 4 Wochen haltbar.

Bärlauchwaffeln

Du brauchst:

  • 500g Kartoffeln
  • 150ml Pflanzendrink
  • Salz und Pfeffer
  • eine Messerspitze Muskat
  • 80g Dinkelmehl 
  • 50g Reibe“käse“
  • eine Hand voll frische Bärlauchblätter
  • Öl und ein Waffeleisen

 

So gehts:

  • Die Kartoffeln schälen, kochen und zu Püree zerstampfen.
  • Mit Sojamilch, Salz, Pfeffer und Muskat vermischen.
  • Den kleingehackten Bärlauch hinzufügen und unterrühren.
  • Zuletzt noch das Mehl und den Käse untermischen.
  • Das Waffeleisen mit Öl einfetten.
  • Die Waffeln wie herkömmliche Waffeln backen, nur brauchen diese etwas länger, ungefähr 10 Minuten, bis sie sich vom Eisen lösen.

Sommer

Die Himbeere (Rubus Idaeus) 

Die Himbeere oder auch “Königin der Beeren”, sind beides Namen, die der Frucht nicht gerecht werden, da es sich nicht um eine Beere, sondern um eine Sammelsteinfrucht handelt. Sie besteht aus vielen kleinen einsamigen (ich frage mich hier, ob das Wort ‚einsam‘ etymologisch, auch auf Samen zurückführt ? 😛 ) Früchte, welche sich an einem Fruchtzapfen ansammeln, so wie bei ihrer direkten Verwandten, der Brombeere, welche beide zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehören, wie auch der Apfel, die Erdbeere und die Rose.

Das Wort Himbeere stammt von dem althochdeutschen Wort „Hintperi“, was soviel heißt wie „die Beere der Hirschkuh, weil sie ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der Hirsche ist.

oArchäologen datieren die Verwendung der Obstpflanze  in die Steinzeit, wo sie einen bedeutenden Ernährungsbeitrag für den Menschen lieferte.

Kultiviert wurde sie erst in den Klostergärten des Mittelalters. Seitdem sind sehr viele Himbeersorten durch Kreuzungen mit Pflanzen allerweil entstanden.

Neben den roten Früchten gibt es auch orangefarbene, gelbe und sogar schwarze Sorten.

Man findet die „wilde“ Himbeere in lichten Wäldern, in Hecken und Gebüschen. Anpflanzen kann man sie im eigenen Garten, im Beet, aber auch in Hochbeeten, Kästen und Kübeln. So steht dem Verzehr der super gesunden Frucht nichts im Weg.

Das gesunde Plus:

Ganz nach dem Motto des griechischen Arztes Hippokrates „Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel“ verspricht uns die leckere Sammelsteinfrucht einen gesundheitlichen Beitrag.

In dieser schönen Frucht stecken:

  • Ballaststoffe (vorwiegend im Kern) -> verdauungsanregend
  • Vitamin C (Ascorbinsäure)
    • unterstützt das Immunsystem
    • kurbelt die Produktion von Kollagen an
    • macht Hautschäden durch UV-Strahlung rückgängig
  • Wasser (85%)                                 
    • entschlackt
  • Mineralien:
  • Kalium                                             
    • entwässert
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Mangan
  • Antioxidantien                                  
    • schützen die Körperzellen vor freien Radikalen
  • viele Vitamine der B-Gruppe

Forschungen haben ergeben:

  • Die enthaltenen Antioxidantien (Sanguiin H6) können verschiedene Krebsarten verhindern und   sogar Krebszellen zerstören.
  • Ein in der Frucht enthaltener sekundärer Pflanzenstoff, Resveratrol, hat eine entzündungshemmende Eigenschaft und kann so Symptome von Arthritis und Rheuma reduzieren.
  • Probiotische Wirkung, welche das Wachstum und die Aktivität der Darmbakterien beeinflusst und so eine gesunde Darmflora aufbaut.
  • Unterstützung bei Diabetes, weil es die Insulinresistenz verbessert und vorbeugend eine Fettleber Krankheit unterstützt.

Daneben enthält das Obst:

  • wenig Kohlenhydrate 
  • wenig Fruchtzucker (4,3g pro 100g)
  • wenig Kalorien (33g pro 100g )

Anwendung und Zubereitung:

Neben dem direkten Verzehr des unglaublich köstlichen Snacks, sind viele diverse Konservierungen und Rezepte möglich.

Hier ein paar Beispiele:

  • Roh im Müsli, Smoothie, Porridge, Joghurt
  • Auch in herzhaften Speisen wie Salaten, z.B. in Kombination mit Rucola
  • Backen  in Gebäck oder verteilt auf Pudding oder Sahnetorten
  • Püriert zu Mus (kann dann auch eingefroren werden)
  • Eingekocht (siehe Rezept)
  • Eingefroren (Einzeln vorgefahren verhindert das Zusammenklumpen)
  • Gekocht zu leckerer Marmelade (siehe Rezept)
  • Eingelegt in Essig (entfaltet es sein starkes Aroma)
  • Gemixt im Eis (oder als Mus zum Eis)
  • Als Sirup gekocht

 

Rezepte:

Himbeeren eingekocht 

Legen Sie sich einfach einen kleinen Vorrat an dem leckeren Sommerobst ein und genießen diese zu jeder Jahreszeit.

Du brauchst:

  • 500g Himbeeren
  • 500ml Wasser
  • 200g Zucker

So geht’s:

  • (Nur die einwandfreien) Himbeeren kommen (behutsam) gewaschen und getrocknet in vorher sterilisierte Einmachgläser, sodass etwa zwei Zentimeter Platz bis zum Deckel verbleiben. 
  • Das Wasser wird  in einem Kochtopf erhitzt, und langsam wird der Zucker untergerührt, bis er vollständig aufgelöst ist. 
  • Die Mischung wird nun kurz aufgekocht und dann heiß über die Himbeeren geschüttet so, dass noch ein paar Millimeter Platz am Rand bleiben. Deckel drauf.
  • Die Gläser werden nun in einen großen Kochtopf gefüllt (wo schon warmes Wasser drin ist) sodass die Gläser mindestens 2/3 im Wasser stehen.
  • Das Wasser wird auf 80 Grad erhitzt und ab diesem Zeitpunkt müssen die Himbeeren 30 Minuten drin erhitzt werden.
  • Herausnehmen und abkühlen lassen.

Himbeermarmelade

Du brauchst:

  • 1000 g Himbeeren
  • 500 g Gelierzucker 2 zu 1

So geht’s:

  • Die gewaschenen Himbeeren in einen Topf geben und bei geringer Hitze etwas köcheln sodass sie etwas matschig werden.
  • Mit einem Stabmixer die Früchte zu Mus pürieren.
  • Ich mag die Kerne nicht gerne in der Marmelade und drücke sie hier einmal durch ein Haarsieb.
  • Den Gelierzucker hinzufügen und aufkochen lassen.
  • Unter rühren 3 Minuten sprudelnd kochen lassen.
  • Direkt in sterilisierte Gläser (mit Schraubdeckel) füllen und verschließen.
  • Der Vorgang die Gläser auf den Kopf zu stellen, hat sich als unwahrer Mythos entpuppt.

Blätterteigschnecken mit Himbeermarmelade:

Schneller, süßer Snack für unangekündigten Besuch oder impulsive Gelüste 

Du brauchst:

  • 1 Packung Blätterteig (dass er vegan sein muss, muss ich nicht erwähnen, oder ? :p )
  • 2 EL Himbeermarmelade (geht natürlich mit jeder beliebigen Marmelade)
  • 2 EL Schokoraspel
  • 2 EL gemahlene Mandeln

So geht’s:

  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Blätterteig ausrollen.
  • Ein Backblech mit Backpapier belegen.
  • Die Marmelade mit einem Löffel auf dem Teig verteilen.
  • Schokoraspel und Mandelpulver darüber streuen.
  • Den Teig wieder aufrollen und in 2cm dünne Röllchen schneiden.
  • Diese auf dem Backblech verteilen und 10 Minuten backen.
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