Saisonkalender

Herbst

Der Kürbis (Curcurbita)

Es gibt um die 800 verschiedene Kürbissorten, dabei unterscheiden wir zwischen Sommer- und Winterkürbissen und wir zählen diese zum Gemüse. Oder? Was wir unter Gemüse verstehen, ist ein essbarer Teil einer einjährigen Pflanze, zum Beispiel die Blätter, wie beim Salat oder die Wurzeln, wie bei den Möhren. Obst stammt generell von mehrjährigen Pflanzen wie Obstbäumen oder Sträuchern, welche jedes Jahr Früchte tragen. Botanisch gesehen ist ein Obst eine Frucht, die aus einer Blüte hervorgeht. So gesehen ist es nicht eindeutig mit dem Kürbis, da er an einer einjährigen Pflanze wächst, aber doch aus einer Blüte hervorgeht. Aus diesem Dilemma entspringt die Bezeichnung Fruchtgemüse, wo man den Kürbis dann einordnen kann.

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Sommerkürbisse schmecken am besten, wenn man sie früh, ab Juni-Juli unreif erntet. Dann ist auch die Schale noch weich und meistens essbar. Die Sommersorten besitzen eckige Stiele. Sie lassen sich mit unversehrter Schale bis zu 3 Wochen zuhause lagern, manche sogar viel länger. Der Bekannteste unter ihnen, wer hätte es gedacht, ist die Zucchini (Curcurbita depo subsp. Convargiromontiina). Ein anderer wäre der Spaghetti-Kürbis, welchen man 30-40 Minuten im Ofen halbiert garen und dann das spaghettiähnliche Fruchtfleisch auslöffeln kann.

Winterkürbisse, welche einen runden Stiel und eine harte Schale besitzen, lassen zusätzlich zu der farbenfrohen Herbstkulisse die Lust auf warme Suppe steigen. Sie lassen sich lange lagern, so fällt einem Fan das Horten leicht. Die ersten Exemplare liegen zwischen anderen Leckereien in den Regalen und man überlegt sich, was man noch alles aus dem großen Fruchtgemüse zaubern kann. Ehe wir zu den Rezepten kommen stellen wir die 3 gängigsten und beliebtesten Varianten vor:

Der Hokkaido:

  • orangefarben
  • angeschnitten 3 – 4 Tage haltbar im Kühlschrank
  • kann mit Schale verzehrt werden
  • auch roh genießbar
  • schmeckt leicht nussig, erinnert an Maronen

 

Der Hokkaido-Kürbis enthält relativ wenig Wasser, im Gegensatz zu den meisten anderen Sorten – dafür umso mehr gesunde Nährstoffe! In 100 Gramm Fruchtfleisch stecken ganze 30 Milligramm Vitamin C! Hinzukommen 1,7 Gramm Eiweiß, 0,5 Gramm Fett und 5,5 Gramm Kohlenhydrate.

 Beta-Carotin verleiht dem Kürbis seine leuchtend orange Farbe. Dieses steckt vor allem in der essbaren Schale. (Mehr zu Beta-Carotin finden sie in unserer Rubrik „Nährstoffe > Vitamin A”)

Der Hokkaido ist eine ballaststoffreiche Sorte, mit  2,2 Gramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch Dabei enthält er nur wenig Zucker und keine Säure, was ihn besonders gut bekömmlich macht. Auf 100 Gramm hat er 28 Kilokalorien.

Der Butternut:

  • ist birnenförmig 
  • hat eine zart-buttrige Note
  • ist geeignet für herzhafte und süße Speisen
  • die Schale muss entfernt werden
  • besitzt wenig Kerne
  • ist angeschnitten im Kühlschrank ein paar Tage haltbar

 

Im hellgelben Kürbis mit weichen Konsistenz stecken etwas mehr Kohlenhydrate (8,3 Gramm pro 100 Gramm) als im Hokkaido, dafür enthält er 38 Kalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch.

Er enthält viele gesunde Mineralstoffe, wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Diese stärken das Immunsystem und sorgen für gesunde Knochen und Zähne. Zusätzlich enthält der birnenförmige Kürbis Kieselsäure, die besonders wichtig für Haut, Haare und Nägel ist.

Der Muskat:

  • ist meistens sehr groß und schwer (kann bis zu 40 kg schwer werden!) und wird deshalb oft in Stücken verkauft
  • beim anscheinend verströmt er ein würziges Aroma welches an Muskatnuss erinnert
  • die Schale muss abgeschält werden
  • in Folie gewickelt ist er angeschnitten 3-4 Tage im Kühlschrank haltbar

Das orangefarbene Fruchtfleisch, welches kein Fett enthält und besonders aromatisch ist, verleiht ihm seinen Namen. Dagegen hat er nur wenige gesunde Nährstoffe, aber schlägt mit nur 24 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche.

Weil der Kürbis den Blutzuckerspiegel ausgleicht und außerdem entwässernd wirkt, ist er das ideale Gemüse für Diabetiker.

Kürbis zubereiten

  • Beim Kochen/Dämpfen beträgt die Garzeit um die 15 Minuten (z.B. für Suppen oder Püree).
  • Garen im Backofen bei 200 Grad 30 Minuten. Dabei den Kürbis in Spalten/Scheiben schneiden und mit Öl bestreichen auf ein Backblech legen. Ganz dünn geschnitten kann man sie so zu Pommes backen.
  • Fürs Grillen oder Braten müssen Butternut und Muskat (geschnitten) 5-10 Minuten in Salzwasser kochen ehe sie dann 4 Minuten in die Pfanne oder auf den Grill braten. Hokkaido kann direkt in der Pfanne oder dem Grill gebraten werden.
  • Hat man etwas zu viel von dem Fruchtfleisch und kann es nicht gleich verarbeiten, geht das Einfrieren auch ganz leicht und so lässt es sich 4-5 Monate im Tiefkühler aufbewahren. Butternut und Muskat müssen zuvor (geschält und zerkleinert) 1-2 Minuten blanchiert werden, um dann nach dem Abkühlen in Frischhaltedosen, Gefrierbeutel oder auch in Glasbehälter gefüllt, eingefroren werden zu können.

Auch das Haltbarmachen durch Einmachen/Einlegen ist eine Option, dazu finden Sie Rezepte nach ihrem Geschmack auf zahlreichen Internetseiten.        

Kürbispita

Pita ist in Bosnien und den Nachbarländern eine Art Nationalgericht, welches ich auf einer Reise lieben gelernt habe. Die Zubereitung ist sehr einfach und die Füllung kann man nach Herzenslust variieren. Die meisten gängigen Rezepte sind nicht vegan, aber dies soll uns nicht vom Genuss abhalten und so probierte ich die gelungene Variation mit Kürbis. 

Dazu brauchen sie:

  • 1 Hokkaido Kürbis, sehr fein gewürfelt
  • 1 Zwiebel, sehr fein gewürfelt
  • 4 Kartoffeln, sehr fein gewürfelt
  • Salz/Pfeffer 
  • Olivenöl
  • 1 Packung Filoteig

Zubereitung:

  1. Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
  2. Alle Zutaten (bis auf den Filoteig) mischen.
  3. Filoteigblätter ausrollen, das erste Blatt beidseitig gut mit Olivenöl bestreichen (funktioniert super mit den Händen), dann längs mit Kürbis Mischung belegen und komplett einrollen, zu einer Schnecke drehen und auf ein Backblech legen.
  4. So fortfahren bis die Teigblätter verarbeitet sind.
  5. Goldbraun backen.
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Kürbiscurry

Seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit wie beispielsweise eine entzündungshemmende Wirkung, die Hilfe zur Stabilisierung des Cholesterinspiegels und die appetitanregende Wirkung, legen genug Argumente dar, sich des Öfteren dieser Gewürzmischung zu bedienen. Zusammen mit frischem, regionalem, saisonalem BIO Gemüse entsteht ein Gericht, bei dem sich unser Körper mit Dankbarkeit ergötzt. 

Sie brauchen:

  • Muskatkürbis (ohne Schale, in mundgerechten Stücken 5 Minuten vorgegart), die Menge hängt von ihrem Appetit oder ihren Gästen ab.
  • Gemüse ihrer Wahl, z.B. Möhren, Kartoffeln, Wirsing oder aber auch noch Hülsenfrüchte wie z.B. Kichererbsen (alles in mundgerechte Stücke und bei Bedarf vorgaren)
  • Zwiebel, gehackt
  • Salz, Pfeffer, Curry Mischung, (evtl. Chilipulver oder Cayennepfeffer)
  • Etwas Öl 
  • Kokosmilch

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel in einer großen Pfanne dünsten, das vorbereitete Gemüse samt Kürbis hinzugeben und kurz aber scharf anbraten.
  2. Das ganze Gewürz hinzugeben und gut durchmischen.
  3. Mit der Kokosmilch ablöschen und ein bisschen eindicken lassen.
  4. Mit Reis servieren.
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